Anfahrt Korsika


1. Tag:

Was soll man von einem Tag berichten, an dem man fast nur über die Autobahn gefahren ist? Start bei Nieselregen, dann wurde das Wetter aber besser, je weiter es nach Süden ging. Fahrt von Rastplatz zu Rastplatz.


Dann aber doch noch das Highlight des Tages: das Motorradmuseeum in Bantzenheim (Frankreich). Motorrader der Marke Ravat (habe ich vorher noch nie was von gehört). Liebevoll zusammen getragen und klasse präsentiert. Direkt einen Aufkleber für den Mopedkoffer besorgt!


Und dann ein Schock bei der Unterkunft: was ist das denn für eine Hütte? Die Anmeldung und den Schlüssel gibt es in der Kneipe nebenan. Der Hausflur und die Treppe nach oben: Katastrophe. Und dann die erste Etage: alles super. Neu renoviert. Das Zimmer groß, sauber und sehr ordentlich. Das WC/Bad auf dem Flur: riesig groß mit einer klasse Dusche. Da kann man wirklich nicht meckern.
Und direkt daneben ein Restaurant mit Biergarten. Bikerherz, was willst du mehr.

Im Zimmer liegen Ohrstöpsel, weil es Abends und in der Nacht laut ist durch die Kneipe. Und tatsächlich werde ich um 2.00 Uhr wach, weil Kneipengänger draußen Radau machen. Pech gehabt. Leider auch kein Frühstück dabei, aber in der nächsten Stadt finde ich einen prima Bäcker. Alles wird gut!


2. Tag:
Fahrtechnisch gesehen geht es jetzt erst richtig los: es geht in die Alpen. Sicherheitshalber ein Pikerl für die Autobahnen besorgt, damit ich schneller Unterwegs bin. Aber schon bald geht es auf die Landstraße. Da sehe ich ein Schild: Volvotreffen. Warum nicht? Also abbiegen und den Wegweisern folgen. Das Tal ist ein Sackgasse, aber was soll´s. Die Strecke ist schön und die Autos interessant. Dann führt die Strecke über den Gotthardpass. Eigentlich sollten dann noch zwei weitere Pässe folgen, aber die sind noch geschlossen. Daher Chaos auf der Straße und nach ein paarmal hin und her finde ich den Weg nach Lugano.


Unterkunft für Heute: Hotel & Hostel Montarina in Lugano. Gratis dazu: parken unter Palmen. Mediteraner Flair. Klasse. Haus mit dem Charm der 50er Jahre. Auch die Einrichtung im Zimmer: überragend.
Zum Abendessen in die Altstadt. Natürlich habe ich keine schweizer Franken dabei und werde mit dem Wechselkurs kräftig abgezockt. Gibt schlimmeres.



3. Tag:

Erst mal schön frühstücken; durch den Garten zum Hotel nebenan (Beide Häuser gehören zusammen; ich habe im Hostel übernachtet). Dann fahre ich den Luganer See entlang. Leider ist das Wetter wieder durchwachsen. Die Sonne lässt sich nicht sehen; Nieselregen.
Mit der Fähre geht es über den Comer See. Halt bei Moto Guzzi. Das Werk ist nicht zu besichtigen und das Museum öffnet erst um 15.00 Uhr. Pech gehabt, weiter.
Stau an der Grenze. Was ist mit dem Schengen-Abkommen?
Es geht weiter, quer durch Norditalien, nach Savona. Die italienischen Tunnel sind eine Katastrophe. Es wird vor Aquaplaning in den Tunneln gewarnt. Zu Recht; das Wasser läuft von den Wänden. Hauptsächlich geht die Fahrt über die Autobahn. Und zwischendurch regnet es so heftig, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Sogar die Autos fahren langsamer, machen ihre Warnblinkanlage an, weil kaum noch was zu sehen ist. Ich mache den einen oder anderen Stopp zwischendurch. Und bin schon wieder luftgetrocknet, als ich in Savona ankomme. Es ist noch Zeit, bis die Fähre abfährt, daher ab in die Altstadt (italienisches Eis essen) und noch eine Kirche besuchen.
Die Fähre fährt über Nacht nach Korsika. Bei den wartenden Motorrädern am Hafen überwiegen eindeutig die Modelle von BMW; die GS ist natürlich ganz weit vorne. Einchecken und ab in die Kabine. Und morgen bin ich schon auf Korsika.